NO RETURN – oder etwa doch?

Wie verhält es sich mit Homosexualität „hinter den Kulissen“? Jennifer Wolf schreibt mit „No Return“ eine Geschichte über eine der erfolgreichsten Boybands der Welt und gibt uns damit einen Einblick wie es ist als schwuler Mann von der Öffentlichkeit in eine heterosexuelle Form gepresst zu werden.

Klappentext:

**Bandboys in Love**

Sie sind die angesagtesten Jungs der gesamten Vereinigten Staaten. Wo auch immer sich die Boyband WrongTurn hinbewegt, folgen ihnen Mädchenkreischen, Liebesbotschaften und nicht selten sogar Heiratsanträge. Teil einer solchen Band zu sein, ist nicht immer leicht, aber das ist es nicht, was den 19-jährigen Songwriter Tony in letzter Zeit aus der Bahn wirft. Denn Tony ist verliebt. In einen Jungen. Und niemand auf der Welt darf es erfahren. Nicht seine Fans, nicht die strenge Bandmanagerin oder die ihnen auf Schritt und Tritt folgenden Reporter und schon gar nicht seine erzkatholischen Eltern. Aber vor allem nicht sein bester Freund und Bandleader Andrew…

In eigenen Worten noch einmal zusammengefasst:

In „No Return“ geht es um unseren Protagonisten Tony, der schon seit einiger Zeit weiß, dass er nicht wie seine anderen Bandkollegen tickt. Er nimmt keine Groupies mit aufs Zimmer und auch sonst scheint ihn nicht viel an Mädchen zu interessieren. Tony wird klar: Er ist schwul. Das wird nicht nur für ihn persönlich in eine Zwickmühle, sondern auch die gesamte Band. Die Öffentlichkeit spekuliert nämlich schon lange, dass etwas zwischen ihm und seinem Bandkollegen Andrew zu laufen scheint. Als dann auch noch die Fans einen gemeinsam Shipnamen „Anton“ gründen und sich nach einer Liebesgeschichte sehnen, muss Andrew etwas dagegen unternehmen. In seinem Vertrag steht nämlich nicht nur, dass er nicht schwul sein darf auch seine Managerin hat gehörig etwas gegen Homosexuelle. Tony muss nun für sich entscheiden was er aus der Situation macht und endlich seinen Mann stehen.

Das Buch steigt gleich dem Alltag der Band ein. Sie fliegen von Stadt zu Stadt, geben Interviews und spielen vor ausverkauften Hallen. Die Bandmitglieder sind alle sehr familiär miteinander umgegangen und man hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass man eine wahre Bindung zwischen allen mitbekommt, was mir unglaublich gut gefallen hat. Der Schreibstil hat außerdem dafür gesorgt, dass man locker durch das Buch geflogen ist und einfach nur weiterlesen wollte.

Zu einem kleinen Kritikpunkt möchte ich dann aber auch schon kommen. Die Geschichte spielt aus der Sicht eines amerikanischen „Teenagers“ was ich unglaublich cool fand, leider ist es aber so dass wir zur Zeit des Buches auf Welttournee sind und es sind eben Konzerte die in Deutschland sind. Das Buch ist aber auf deutsch geschrieben was für mich an einigen Stellen ziemlich verwirrend war. Das Problem war einfach, dass das Buch die ganze Zeit über Dialoge und innere Gedanken auf deutsch hatte. Das aber gepaart mit Interviews und Gesprächen mit Fans auf „Denglisch“. Das heißt, dass Tony mit Fans gebrochenes deutsch gesprochen hat, als er dann aber mit der Band alleine war, hat er ganz „normal“ gesprochen. Die Autorin konnte nicht wirklich etwas dafür, aber ich hätte es angenehmer zu lesen empfunden, wenn die Geschichte zum Beispiel in Amerika, England, Polen oder eben einem Land gespielt hätte, die eben nicht der Sprache des Buches entspricht.

Den Handlungsverlauf empfand ich aber als super angenehm. Es ist nicht zu viel aber auch nicht zu wenig passiert. Für mich waren die Hintergrundeinblicke auch immer einfach super interessant und ich mochte die Vorstellung mit einer Band auf Tour zu sein. Es hatte einfach etwas total besonderes sich mit der Band auf Reisen zu gehen und verschiedene Dinge zu erledigen. Ich mochte auch das angezogene Tempo zum Ende hin sehr gerne, weil es die Dinge eben noch einmal dramatisiert hat, dabei aber noch realistisch geblieben ist. Ich hatte zwart teilweise das Gefühl, dass die Autorin sehr viele Ideen hatte, die alle noch im ersten Teil verwendet werden sollten, das hat das ganze aber für mich noch interessanter und spannender gemacht.

Als schwuler Mann fand ich das Buch auch sehr gut. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Autorin das Ziel hatte Klischees in das Buch einzubauen – Im Gegenteil! Kein schwuler Charakter in dem Buch entspricht dem „Schwulenklischee“ was ich besonders mochte. (Musste da schon dämliche Klischees in Büchern ertragen..) Deswegen habe ich in dem Punkt auf jeden Fall keine Kritik und fand es sehr angenehm.

Das einzige was ich noch anmerken muss, ist eine Sache mit der ich nicht wirklich zurechtgekommen bin. SPOILER: In dem Buch gibt es auf einem Konzert der Jungs eine Bombendrohung, bei dem auch die ganze Halle geräumt werden muss, etc. Ich fand es dann aber teilweise echt schlimm, wie damit umgegangen wurde. Es war für ein paar Seiten Thema und dann eben nicht mehr. Da der Manchester Anschlag erst vor kurzem passiert ist und mich unglaublich mitgenommen hat, konnte ich mir nicht vorstellen, dass eine Bombendrohung auf dem eigenen Konzert so schnell abgehandelt wäre. Es gab einen wirklich geschmacklosen Kommentar von einem der Bandmitglieder der dann einfach mal meinte „Toll, jetzt wurde das Konzert umsonst abgesagt“ bei dem ich mir wirklich nur dachte „Wäre es dir lieber gewesen, wenn deine Fans dabei gestorben wären?“ Das war ein Punkt mit dem ich wirklich einfach nicht zurechtgekommen bin und der mich leider wirklich gestört hat. SPOILER ENDE

Ich fand den Cliffhanger am Ende vom Buch auch einerseits ein Meisterwerk, andererseits auch unglaublich gemein! Ihr müsst euch wirklich darauf gefasst machen und am besten schon Teil 2 bereithalten! Ich werde den zweiten Band auf jeden Fall auch lesen und freue mich schon sehr darauf!

Ich habe dem Buch jetzt alles in allem noch 4 Sterne gegeben und ich bin gespannt wie es mit ANTON weitergeht 😉

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